Ethik vs. Religion

„Pro Reli“ – „Pro Ethik“ … man gibt sich kämpferisch. Nur dass sich der Kampf mittlerweile nur noch auf politischer Ebene abspielt und der Eine dem Anderen Verschleuderung von Steuergeldern, verwirrende Werbung und indirekte Abrechnung mit dem Rot-Roten Senat vorwirft.

Aber um was und um wen geht es dabei eigentlich? Wer von den Äußernden hat sich denn wirklich schon mal Ethik- und/oder Religionsunterricht angesehen? Wie läuft denn das alles eigenlich in der Realität ab?
Ich gehöre keiner Konfession an und gehe auch nicht zur Kirche – ich bin eher ein „gläubiger Atheist“, der aus Interesse mal die Bibel gelesen hat. Mit andern Worten – ich bin nicht unbedingt ein Kirchenverfechter.
Mein Sohn besucht die 10. Klasse und hat gerade diese Ethik-Arie hinter sich. Nach eigener Aussage nicht unbedingt ein Gläubiger, hat er aber trotzdem zusätzlich den freiwilligen Religionsunterricht besucht (und das bei einer fast 40-Stundenwoche – mehr als mancher arbeitet). Sein Fazit war, dass der Religionsunterricht eigentlich der bessere Ethikunterricht war.
Denn ganz entgegen dem Inhalt des Ethik-Lehrplans, sah zumindest bei meinem Sohn der Unterricht etwas anders aus. Unabhängig davon, halte ich eine Benotung in diesem Fach für schlichtweg unsinnig.

Aber die Krönung war ein Gespräch meinerseits mit dem zuständigen Ethik-Lehrer kurz nach Einführung dieses Pflichtfaches. Mein Hinweis auf die nicht gerade förderliche Durchführung des Unterrichts wurde mit den Worten beantwortet:

Meinen Sie etwa ich habe Lust auf die ganze Sache? Ich musste verpflichtend einen 2-wöchigen Kurs zum Thema Ethik besuchen, weil kein Anderer wollte und habe nun das Zeug an der Backe. Also mache ich Unterricht nach Plan.

Wohingegen im Religionsunterricht genau das passierte, was ich mir unter einem Ethikunterricht vorstelle:

  • Lernen eine eigene Meinung zu vertreten,
  • sachlich zu diskutieren,
  • die Meinung,Ansichten und Denkweisen anderer zu akzeptieren,
  • Konfliktsituationen gewaltlos zu meistern … etc..

Und erstaunlicher Weise ging es eben nicht um eine religiöse Aggitation.

Aus meinen und den Erfahrungen meines Sohnes heraus, werde ich am Sonntag „Pro Reli“ wählen. Und es hat nur ein ganz lein wenig damit zu tun, das ich Herrn Wowereit nicht leiden kann.

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