MTV EMA 2009 – ich war da …

… und es war doch irgend wie ziemlich ernüchternd. Ich habe noch nie so viele aufgestrappste Leute auf einen Haufen gesehen.  Und ich frag mich jetzt noch wofür? Am liebsten hätten wir uns einen Stuhl genommen und kaffekranzlermäßig Leute schauen gemacht – ein riesengroßes Panoptikum.

Die Show selber war recht professionell organisiert oder sagen wir eher fürs Fernsehen aufbereitet. Dauernde Unterbrechungen um die Sponsoren und die Werbung für die Zuschauer an den Bildschirmen einspielen zu können – gut, das hätte man sich auch denken können. Die halbvolle O2-World wurde dabei bildtechnisch sehr gut ins rechte Licht gerückt. Eine etwas genervte Katy Perry führte durch den Abend und war mehr damit beschäftigt von einem Aufnahmeort an den nächsten zu gelangen und in die entsprechenden Moderationskostüme zu schlüpfen. Sie sieht übrigens in ihren Videos besser aus als im Reallife – wen wunderts. Miss Oberzicke Lady Gaga war wohl aufgrund besagter Moderatorin gar nicht erst angereist. Robbie Williams (was meine Frau persönlich sehr bedauernswert hielt) und Eminem befanden es auch nicht notwendig zu erscheinen, wobei der Einspieler von Eminem mit seinem nachgebauten MTV-Preis noch recht witzig war.

Tja ansonsten … U2 war ein Lichtblick – nur leider haben sie sich ganz schnell ans Brandenburger Tor begeben, um das halbstündige kostenlose Konzert zu präsentieren, welches wir leider nur in Ausschnitten auf der Leinwand verfolgen durften. Cool waren Green Day, die am Anfang ziemlich den Saal gerockt haben. Den Foo Fighters konnte ich leider musikalisch nichts abgewinnen, aber das ist eher Geschmackssache.

Jay-Z kann mich leider nur als Studiomusiker überzeugen – Live eher mittelmäßig, wobei seine Partnerin durch eine hammermäßige Stimme überzeugte. Beyonce war optisch, trotz deutlicher Zellulite, ein ziemlicher Hammer und sahnte 3 Preise ab, was die leer ausgegangene Shakira mit einem Lächeln quittierte, wobei ich ihren Auftritt auch eher enttäuschend fand.

David Has(s)elnußhoff war voll wie ein Eimer und immer noch der Meinung, dass er für den Fall der Mauer verantwortlich ist. Warum holen die den Mann eigentlich noch auf die Bühne?

Positiv überrascht war ich von Tokio Hotel – eigentlich gar nicht mein Ding, aber musikalisch gar nicht so schlecht. Leider ging die Hälfte der Musik in einem gellenden Pfeifkonzert der angereisten pubertieren Mädels unter. Streckenweise hatte ich Angst, dass einige auf den Rängen wiederbelebt werden mussten. Das mit dem Schreien habe ich eh nie verstanden, die bekommen doch eigentlich gar nichts von der Musik mit.

Bevor dann die Backstreet Boys als Laudatoren auf die Bühne kamen, waren wir auch schon gegangen.

Fazit: Insgesamt ein netter Abend, wobei keiner traurig sein muss, der nicht dabei war.

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