Großes K(T)atzengejammer …

Der große Outdoor-Ausstatter Jack Wolfskin ist gerade dabei Hobby-Bastler wegen der Verwendung tatzenähnlicher Aufdrucke und Aufnähern auf selbst gemachten Produkten abzumahnen. Auf den ersten Blick möchte man da natürlich ganz gern eine direkte Linie zu der kürzlichen Abmahn-Unmöglichkeit von Jako ziehen.

Auf den zweiten Blick muss ich aber ganz ehrlich sagen, dass das Eine nichts mit dem Anderen zu tun hat. Jako versuchte eine ihm unliebsame Kritik durch Abmahnung aus dem Internet zu tilgen. Wolfskin mahnt hier sein Recht auf eine eingetragenes Logo an und dies finde ich durchaus rechtmäßig. Ob hier nun mit Kanonen nach Spatzen geschossen wird, steht für mich auf einem anderen Blatt.

Aber seien wir doch mal ehrlich. Außerhalb des Internets ist diese Art von Markenschutz Gang und Gäbe. Auf Messen werden massenweise nachgemachte und gefakte Sachen von Pseudoherstellern beschlagnahmt und der Umstand gesetzlich verfolgt. Jeder von uns hat doch den Müll in diversen Urlaubsländern schon beschmunzelt, sich drüber aufgeregt und zum Teil sicherlich gekauft, der für nen Appel und nen Ei als Original-Shirt, -Uhr oder sonstwas rausgehauen wurde.

Die Tatze ist nun mal eine eingetragene Marke – Aus und Schluss. Und nein ich kann eben nicht, wenn ich will, selbstgebastelte Teile verticken, auf denen 3 Streifen, ne Wolfstatze oder ein Puma drauf ist.

Also bitte ihr Twitterer und Blogger dieser Welt – was Recht ist, muss Recht bleiben. Ich kann dieses Geschrei in diesem Fall nicht nachvollziehen.

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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hast du dir die Motive mal gesehen, z.B. über dem Artikel auf Spiegel Online?
    Da hat niemand „einfach ein Logo“ draufgemacht und es dann als ein (Quasi-)JW-Produkt verkauft.
    Da sind Katzen(!)pfoten dabei und ähnliches. Auf Kissen. Oder Etuis. Handgestickt.
    Und es handelt sich um Privatleute, die diese Motive in Handarbeit herstellen, also keine „Produktpiraten“.

    Sich aus JW-Sicht überhaupt darüber zu echauffieren, ist schon albern genug (JW-Logo vs. Taschenspiegel mit Katzenpfotenmuster, hallo??).
    Das Vorgehen der eigenen Kanzlei mit Abmahnungen und ohne jede Nachsicht auch noch gutzuheißen, ist von Jack Wolfskin einfach nur noch ekelhaft.

    Deshalb kann ich die Aufregung sehr gut nachvollziehen.

  2. Hallo Jan,

    wie ich schon geschrieben habe, empfinde ich es auch als sehr überzogen, in dieser Art zu reagieren. Aber wo fängt Produktpiraterie (was ich den Bastlern ja ger nicht unterstellen will) an und wo hört sie auf? :-|

    Trotzdem ist ein Vergleich zu der Jako-Aktion nicht gegeben.

    Der Knackpunkt liegt sicherlich auch darin, dass diese Sachen vertickt wurden.

    Wie auch immer, ich stimme mit Dir darin überein, dass von JW extrem überzogen reagiert wurde – trotzdem würde ich das Rechtliche nicht in Frage stellen.

    Gruß Stephan :-|

  3. Hallo Stephan,
    okay, in dem Punkt, dass deren Reaktion überzogen ist, sind wir uns schon mal einig. Aber die anderen beiden Punkte will ich doch nochmal aufgreifen:

    Produktpiraterie beginnt für mich (ja, ich bin kein Jurist, sondern nur ein Mensch mit hoffentlich gesundem Menschenverstand) dort, wo jemand ein Produkt herstellt/anbietet, das den Anschein erweckt, es handele sich um ein Produkt einer bereits existierenden Marke, das tatsächlich aber nachgeahmt wurde.
    D.h., das Produkt wird angeboten, um dem Käufer entweder zu suggerieren, dass er ein Produkt der bekannten Marke tatsächlich gekauft hat, oder jemand lässt den Käufer ahnen, dass es sich um eine Fälschung handelt, die aber zumindest so nah am Original ist, dass dieser bereit ist, für diesen schönen Schein zu bezahlen.

    Also: Produktpiraterie ist dann gegeben, wenn das Produkt selbst sowie seine Machart suggeriert, es sei das Produkt der nachgeahmten bekannten Marke.
    Das ist aber meiner Meinung nach bei gestickten Katzenpfoten auf einem Etui nicht der Fall. Weder mit dem Produkt selbst, noch durch die Machart wird nahegelegt, dass hier jemand ein JW-Etui erwerben würde. Es wurde auch nicht als ein JW-Produkt „beworben“.

    Der andere Punkt ist, dass es mich wundert/ärgert, dass JW tatsächlich argumentiert, die Pfotenabbildungen würden eine Verwechslungsgefahr mit ihrem Logo, ihrer Marke und damit mit ihrer Produktlinie bedeuten.
    Pfotenabdrücke als solche, unabhängig von der Tierart und der Formgebung (denn die beanstandeten Abbildungen sehen ja eben nicht alle genau wie die JW-Pfote aus) bereits als Markenrechtsverletzung einzustufen, halte ich einfach für _sachlich_ falsch. Weil die Abdrücke nicht alle gleich und auch nicht alle „gefährlich ähnlich“ aussehen.

    Und deshalb stelle ich die rechtliche Grundlage, auf die JW sich beruft, eben doch in Frage.

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