Ich bin ein potenzieller Killer …

… zumindest nach Auffassung und Maßgabe mehrerer Politiker und selbsternannter Experten, die nach den jüngsten Vorkommnissen in Emsdetten nun ein klares Verbot von so genannten „Killerspielen“ fordern.

Stoiber-Zitat:

„Nach dem verheerenden Amoklauf von Emsdetten darf es keine Ausreden und Ausflüchte mehr geben: Killerspiele gehören in Deutschland verboten. Sie animieren Jugendliche, andere Menschen zu töten. Das sind völlig unverantwortliche und indiskutable Machwerke, die in unserer Gesellschaft keinen Platz haben dürfen. Ein starker und verantwortungsbewusster Staat darf hier nicht einfach zuschauen und nichts tun.“


Und dabei gebe ich ihm beim letzten Satz seiner Aussage unumwunden recht. Nur dass in unserer Gesellschaft ganz andere Dinge im Argen liegen und gerade in diesem Fall offensichtlich Ursache und Wirkung völlig außer acht gelassen werden. Sicherlich gibt es Spiele, die dazu prädestiniert sind, einem in seiner Persönlichkeit ungefestigten Menschen den letzten Kick zu einer solchen Handlung zu geben, aber machen WIR es uns da nicht ein bisschen zu einfach, die Schuldigkeit in den Killerspielen zu suchen? Ist es nicht reichlich naiv zu glauben, dass nach einem Verbot solcher Spiele „alles“ besser wird?

Mein Gott, wacht auf und lebt mit euren Kindern. Nehmt Anteil an dem was und wie sie es tun und setzt euch damit
auseinander. Ein Spiel ab 18 gehört nicht in die Hände eines Zwölfjährigen. Nicht nur ein „verantwortungsbewusster Staat darf hier nicht einfach zuschauen und nichts tun“, aber ob ein Gesamtverbot die Lösung des Problems ist, wage ich sehr stark zu bezweifeln.

-Edit-
Hier noch ein für mich sehr gutes und zutreffendes Zitat von Medienwissenschaftler Achim Hackenberg:

Empirische Nachweise für diese „monokausalen und linearen Zusammenhänge“ gebe es in der Forschung nicht, sagt Medienwissenschaftler Achim Hackenberg von der Freien Universität Berlin. Der Prozess der Medienwahrnehmung und -verarbeitung gestalte sich vielmehr so, dass sich die Jugendlichen die Filme oder Computerspiele suchten, die zu ihren Themen und Lebenssituationen passten.

Denn die Ursachen für die „Entwicklungs- oder Persönlichkeitsstörung dieser beiden jungen Männer“ könnten – bei ähnlicher Tat – völlig unterschiedlich sein. Bei dem Prozess, sich zu einem gewalttätigen Jugendlichen zu entwickeln, spielten zahlreiche Faktoren eine Rolle, unter anderem Erfahrungen im Elternhaus, in der Schule, Frustrationserlebnisse. Der Konsum von bestimmten Medieninhalten und Computerspielen sei vielmehr das, was dazu kommt, „was in das Weltbild des Jugendlichen passt“…

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2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. stimme dir da vollkommen zu…
    vielleicht werde ich ja demnächst auch noch Punkte in Flensburg bekommen, weil ich zuviel Need for speed spiele.
    Das Problem ist doch eher
    WIESO KANN MAN SO EINFACH AN SCHUSSWAFFEN GELANGEN!!!
    Da sollte Herr Stoiber mal lieber drandenken.

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