Was ist einem 21Jährigen bei der Nutzung von sozialen Netzwerken wichtig und welche nutzt er

Vater und Sohn

Anfang letzte Woche hatte Philipp Steuer in seinem Blog einen Beitrag über seine 14-jährige Schwester und deren Nutzungsverhalten in und mit diversen sozialen Netzwerken (Generation Z) geschrieben. Fand ich sehr interessant. Noch beim lesen des Beitrags kam mir der Gedanke, wie das Ganze wohl in einer höheren Altersgruppe (Generation Y) aussieht. Wie der Zufall es will, habe ich zufällig Zugriff auf jemanden dieser Altersgruppe – meinen Sohn – und habe ihn mal zu der Thematik befragt.

Lucas ist 21 Jahre alt, hat letztes Jahr sein Abi hinter sich gebracht, jobbt derzeit und befindet sich in einer Selbstfindungsphase, welche hoffentlich in einem Ausbildungsplatz mündet. Vernetzung ist da möglicherweise sehr hilfreich. Er besitzt seit 4 Jahren ein Smartphone und seit ca. 1,5 Jahren ein Tablet. Wie sieht nun seine Netzwerkeinschätzung aus?

Seine „Lieblinge“

WhatsApp

Das ist derzeit definitiv die nutzungsintensivste App bei mir, welche die SMS vollständig verdrängt hat. Mir gefällt das einfache ansprechende Interface, die vorhandene Gesprächshistorie, der Einsatz von Emoticons, die Gruppenfunktion und die Werbungslosigkeit. WhatsApp ist auch das Informationsaustauschmedium Nummer 1 in meinem Freundeskreis. Klar, die Datenschutzproblematik ist mir durchaus bekannt, wird aber aufgrund der genannten Vorteile verdrängt.

Facebook

Facebook wird auf jeden Fall noch genutzt, aber eher um Veranstaltungen zu planen und Freunde dazu einzuladen. Ich sehe Facebook mittlerweile eher als eine Kontaktergänzung zum Adressbuch. Seiten werden gar nicht geliked und wenn, dann eher als repräsentativer Faktor (Profilschmuck) oder um von Aktionen zu partizipieren (Rabatte und Mehrwertaktionen). Gewinnspiele zecken mich gar nicht an. Auch der Datenschutz ist auf jeden Fall ein Thema und es wird bewusster geschrieben und geteilt, Klarnamen werden auch in meinem Freundeskreis selten verwendet, wobei hier eher der Coolnesfaktor im Vordergrund steht – Kreativität (wie auch immer man das definieren mag – Anm. des Verfassers) steht im Vordergrund.

Soundcloud

Steht bei mir musiktechnisch, gerade für unterwegs, ganz oben. Dort finde ich die etwas andere Musik, unbekannte Leute, die bekannte Musikstücke neu interpretieren. Radio höre ich fast gar nicht mehr.

Youtube

War früher öfter bei meiner Nutzung als „Musikkanal“ mit dabei, ich habe aber keine Kanäle abonniert. Aber aufgrund von Gemabeschränkungen nutze ich das mittlerweile fast gar nicht mehr. Wenn ich es denn mal nutze, dann durch gezielte Suche nach bestimmten Themen.

Kenne ich, nutze ich aber nicht

Twitter

Ist mir schon bekannt, auch die grundsätzliche Funktionsweise, bin aber nicht angemeldet und nutze es somit auch nicht. Es bietet mir keinen Mehr- und Nutzwert, auch das Interesse ist gleich Null, So weit ich weiß, spielt es in meinem Freundeskreis keine Rolle, ist eher was für Künstler und wird als Alteleute-Facebook wahrgenommen. (Okeeeeee ….    )

Instagram

Yep, kenne ich, so etwas wie Facebook für Bilder und aus meiner Sicht eher was für Künstler. Meine Freundin nutzt das sehr intensiv, aber ich überhaupt nicht, hab auch keinen Account.

Google+

Beim Start habe ich da mal kurz reingeschaut, bei der Anlage von meinem Mailaccount. Spielt aber überhaupt keine Rolle, auch nicht in meinem Freundeskreis.

Wie siehts mit dem Rest aus?

Tumblr

Schon mal als Begriff gehört, aber Ahnung was das ist oder wie es funktioniert habe ich nicht.

Snapchat

Habe ich von gehört, aber ich bin mir gerade nicht so sicher … ist das nicht wie Skype so ein Videochat? Möööööp!   (Anm. des Verfassers)

Facebook Messenger

Nutze ich zum chatten sehr selten. Ist wie bei Facebook, eher eine Adressbuchergänzung oder wenn der alte Herr mal schreibt.

Pinterest

Gesundheit!Wie bitte? Keine Idee, noch nie gehört.

Telegram

Vom Namen würde ich vermuten wie Instagram … aber noch nie gehört.

LinkedIn

Nie gehört, keine Ahnung.

Xing

Ja das habe ich schon mal gehört, aber kein Plan was das ist.

EyeEm

Noch nie von gehört.

Netzwerke, die ich jetzt nicht auf dem Plan hatte und nicht nach gefragt habe

Am Ende habe ich ihn nochmal gefragt, ob es möglicherweise andere Netzwerke gibt, nach denen ich jetzt nicht gefragt habe, aber die durchaus eine Rolle spielen. Es hat mich jetzt nicht erstaunt, dass es diese gibt, erstaunt war ich eher über die Art der Netzwerke – reine Dating-Apps und das trotz Partner.

Tinder und Lovoo

Hier geht es eher um Leute kennenzulernen, sehen und gesehen werden, die Vergrößerung des Bekanntenkreises.

Fazit oder wie es sich für mich darstellt

Es geht um die Vernetzung mit Personen, das Sehen und Gesehen werden.Erstaunlicherweise ist das Vernetzen mit der Familie (Gründung von eigenen WhatsApp-Gruppen für den schnellen Austausch) nicht out. Firmen und Marken spielen so gut wie keine Rolle. Man sucht sich Plattformen, auf denen man möglichst ungezwungen mit Personen in Kontakt treten kann und neue Leute kennenlernt, der Austausch und das Ausleben von Gemeinsamkeiten und Interessen.

Die Möglichkeit des vorbehaltlosen Anschreibens steht im Vordergrund – kennenlernen erst Online und dann ab ins Offline(-leben). Das Kennenlernen verlagert sich ins Internet, da der Austausch ungezwungener ist und die Ansprache einfacher erfolgen kann. Durch die gefühlte „Anonymität“ ist der mögliche „Korb“ einfacher zu verkraften. Es wird aber auch gleichzeitig als Schade empfunden, dass sich gerade das Anspracheverhalten ins Internet verlagert.

Zusatz bzw. Schlußwort

Das Ganze ist natürlich nicht als empirische Studie zu verstehen und ist in keiner Weise repräsentativ. Ich hab eben einfach nur mal nen 21-jährigen gefragt.

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2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

    • Seltenst
      Kleine Anekdote von gestern: Ich rufe an, weggedrückt. Zwei Minuten später kommt ne WhatsApp … „Hab kein Empfang. Wasn los?“
      Lag vielleicht aber auch an dem Anrufenden.

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