Stress, Stress, Stress … oder wie ich mir die Zeit stehle

Ich bin sicherlich kein zuverlässiger Beitragsschreiber in meinem Blog. Ich habe mir auch nie vorgenommen so und so viele Beiträge pro Woche zu schreiben. Ursprünglich hatte ich mal angefangen einen Blog aufzusetzen, um die dahinter liegende Technik kennenzulernen. Irgendwann kam auch die Lust (und manchmal auch der Frust in Bezug auf Erlebnisse) hinzu, Beiträge zu verfassen und Andere (zumindest zum Teil) an meinem Leben teilhaben zu lassen.

Grundsätzlich besteht auch die Lust dazu weiterhin, wobei ich merke, dass die Abstände, in denen ich Beiträge schreibe, immer länger werden. Irgendwann kamen auch diverse weitere Medien hinzu. Ich schreibe bewusst jetzt nicht soziale Netzwerke oder Social Media, da ich diese Begrifflichkeit mitlerweile nicht mehr hören, sehen oder lesen kann. Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass ich derzeit sehr stark beruflich damit zu tun und nun auch noch ein Studium in diese Richtung aufgenommen habe. Das heißt nicht, dass ich diese Thematik nicht nach wie vor interessant finde, aber die “Zeitfressereigenschaft” ist extrem hoch. Dazu kommt der permanente Druck, ständig auf dem Laufenden bleiben, alle Informationen aufsaugen zu müssen.

Es vergeht kaum ein Moment, in dem ich nicht einen Bildschirm mit entsprechendem Inhalt vor den Augen habe, auf der Suche nach Informationen, die für einen selbst oder seine Follower und “Freunde” von Interesse sein könnten. Ist man eine zeitlang beispielsweise auf Twitter nicht aktiv, wird man gnadenlos durch Entfolgung “abgestraft”. Für mich persönlich ist das jetzt nicht so schlimm, da ich weder damit Geld verdiene, noch eine persönliche Reputation damit aufrecht erhalten muss.

Und trotzdem … der Druck der Präsenz, des Aktualitätsfaktors und des auf dem Laufendem bleiben ist groß. Au man – Du hast so und so lange nichts in deinem Blog geschrieben, Mist – der Blog muss noch aktualisiert werden, oh Gott – über 2.000 Feeds sind noch nicht gesichtet, au Backe – 1 Woche nichts Interessantes getweetet.

Das alles erzeugt innerlichen Stress und durch den Versuch dem eigenen (und möglicherweise auch anderem) Anspruch nachzukommen, stiehlt man sich selber die Zeit.

Die Betreuung von 2-3 Blogs, Twitter- und Facebookaccout, Studium, Arbeit … ich denke dass ich mich dahingehen derzeit etwas ganz schön übernommen habe. Der Tag hat halt nur 24 Stunden, aber da sollten auch Familie, Freizeit, Analoghobbys und Schlaf mit untergebracht werden.

Warum ich das alles schreibe? Keine Ahnung … ich wollts halt mal loswerden. Und dazu habe ich ja schließlich meinen Blog.

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2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Lieber Stephan, Du schreibst mir aus der Seele. Diesen Text wuerde ich am Liebsten eins zu eins in meinen Blog kopieren. Seufz…. ich frage mich manchmal, ob dieses sozial networklife in Zukunft der Scheidungsgrund Nummer eins sein wird…nicht, dass es bei mir schlecht laeuft, aber wie bekommen andere denn noch Familie, Freunde, Freizeit hin, wenn sie stundenlang auf facebook, im Blog, auf twitter oder im feed reader sind. Ach ja, wie Du angemerkt hast muss man ja auch noch schlafen, essen und vor allem arbeiten!

  2. Hallo Anja,
    wie Du siehst, komme ich auch jetzt erst zum antworten. Ist derzeit wirklich schlimm bei mir. :-?

    Facebook ist ja mittlerweile auf dem besten Wege ein Trennungsgrund zu werden, wobei ich glaube, dass dies nicht mit dem langen Aufhalten dort zu tun hat, sondern damit, wer sich mit wem verbandelt :-D.

    Ich finds halt so schlimm, dass man dauerhaft den Druck hat, informativ auf dem Laufenden zu zu bleiben, man könnte ja was verpassen.

    Ich hoffe, dass es Die gut geht und wünsche Dir, dass Dich diese Netzwerksachen nicht zu sehr „auffressen“ und wo wir gerade beim wünschen sind – Frohe und gesegnete Weihnachten und einen einen tollen Rutsch ins neue Jahr, falls wir uns nicht mehr lesen.

    Liebe Grüße nach Australien
    Stephan

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